Vor jedem Grow stellt sich für den
Züchter eine Frage: „Soll ich lieber drinnen oder draußen
anbauen?“ Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile. Wer
absolut keine Möglichkeit sieht in seiner Wohnung oder seinem
Haus anzubauen, ist wohl zum Outdoor Growing gezwungen.
Anbau in der freien Natur (Outdoor)
Der Anbau in der freien Natur bietet
den Vorteil, das relativ wenig Pflege- und Materialaufwand entstehen,
weil die Natur Beleuchtung, Klima sowie Wasser- und
Nährstoffversorgung von selbst regelt. Vor allem wird kein Strom
benötigt. Jeder angehende Gärtner muss nur noch einen
geeigneten Standort für seine kleinen Babies auswählen,
welcher fruchtbaren Boden und viel Sonnenbestrahlung bieten sollte.
Wer an einem Südhang wohnt, hat da einen großen Vorteil.
Alle Grower achten dabei auch darauf, dass der Standort nicht zu
leicht entdeckt werden kann. Einige asoziale Leute haben es sich
nämlich zum Hobby gemacht Plantagen zu suchen und leer zu
klauen. Auch die Polizei hält nach möglichen Plantagen
Ausschau und selbst an abgelegenen Stellen schaut mal ein Förster
vorbei. Zumindest kann die Pflanzung nicht zugeordnet werden, aber
clevere Ordnungshüter legen sich unter Umständen wochenlang
auf die Lauer und schauen wer vorbeikommt. Wurde ein geeigneter
Standort gefunden – Nils aus Holland gab uns mal folgenden Tipp:
„Am besten mehrere kleine Plantagen anlegen, dann kommen bestimmt
welche durch!“ – muss eventuell der Boden noch vorbereitet
werden.
Der Vorteil, die
natürlichen Klima- und Wetterbedingungen nutzen zu können,
hat gleichzeitig auch den Nachteil von ihnen abhängig zu sein,
da sie nicht beeinflusst werden können. Somit ist lediglich eine
Saison pro Jahr möglich und in schlechten Sommern fallen die
Erträge eher mager aus, zumal die Schimmelgefahr wegen der
höheren Luftfeuchte steigt. Dafür sind in guten Sommern
Spitzenerträge möglich, die beim Anbau im Haus wohl
unerreichbar bleiben. Schließlich gibt es keine Einschränkungen
in der Größe. Daher von Anfang an weiträumig planen.
Neben
menschlichen „Schädlingen“ gibt es auch viele Tiere, die
sich von unseren Mädels angezogen fühlen. Insekten können
vor allem im Wachstum und den ersten Wochen der Blüte gefährlich
werden. Die Blüten werden von ihnen in Ruhe gelassen. Da sich in
der Natur aber auch viele natürliche Gegenspieler der Insekten
befinden, wird ein Befall nur selten schädlich Ausmaße
annehmen. Wildfraß ist für die meisten Grower das größere
Problem, da auch ein Nagetier erstaunlich viel vertilgen kann. Durch
Großwild könnten die Pflanzen beim Vorbeilaufen abgeknickt
oder niedergetrampelt werden, obwohl ich nicht glaube, dass sie sich
so einen Leckerbissen entgehen lassen würden. Dafür braucht
man sich keine Gedanken um Unkraut machen, denn die Pflanzen
beschatten den Boden schon nach kurzer Zeit so sehr, dass Unkraut
erst gar keine Chance hat. Auch Wetterschäden durch Hagel,
Sturm, Blitzschlag oder Frost sind möglich.
Falls starke
Mangelerscheinungen auftreten, muss mit Flüssigdünger
nachgedüngt werden und an besonders heißen Sommertagen
muss vielleicht gegossen werden um die Pflanzen vor dem Austrocknen
zu bewahren.
Damit sie nicht
schon als Sämlinge den Gefahren der rauen Natur ausgesetzt sind,
sollten die Pflanzen im Haus vorgezogen werden. Um sie für das
intensive Sonnenlicht abzuhärten, werden sie vor dem Aussetzen
langsam daran gewöhnt, indem sie jeden Tag etwas länger
nach draußen gestellt werden. „Aber unbedingt mit schattigen
Plätzen beginnen!“ erklärte mir einst unser
Lieblings-Grower Nils.
Anbau im Haus
(Indoor)
Jeder der
Indoor-Pflanzen aufzieht, hat dafür einen separater Raum
eingerichtet. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen um
Keller, Besenkammer, Zimmer, Schrank oder abgeteilte Räume.
Hauptsache ist, den Raum licht- und geruchsdicht zu bekommen. Manche
Grower tarnen diesen Raum auch oder ordnen in zumindest so an, dass
beim Öffnen der Türen niemand das Licht sehen kann. Eine
genügende Frischluftzufuhr ist genauso unerlässlich für
eine erfolgreiche Zucht.
In so einem Raum
kann unabhängig von der Umwelt das ganze Jahr über angebaut
werden. Es sind bis zu sechs Ernten pro Jahr möglich. Diesen
Vorteil muss man sich aber aufwendig erarbeiten, indem man sämtliche
Umweltfaktoren selbst reguliert. Dazu gehören: Boden, Licht,
Luft, Klima, Wasser- und Nährstoffversorgung. Um sie alle zu
steuern wird eine spezielle Anlage mit Lampe, Lüfter,
Rückstauklappen und vieles mehr benötigt. Neben dem
Arbeitsaufwand verursacht so eine Anlage erhebliche Kosten. Besonders
der hohe Stromverbrauch schlägt zu Buche.
Unter Einsatz
moderner Anbau-Technik ist es auch für Unerfahrene möglich
eine nahezu perfekte Wachstumsumgebung für die Pflanzen zu
schaffen und somit stets hohe Erträge einzufahren. Durch die
Kontrolle der Photo-Periode ist es möglich, die Pflanzen
beliebig in der Wachstumsphase zu halten oder zum Blühen zu
bringen. Somit kann eine Pflanze, die sich dauerhaft in der
Wachstumsphase befindet, als Stecklingslieferant eingesetzt werden.
Es wird allerdings ein separater Raum für sie benötigt.
Da sich die
Anlage meist im eigenen Haus befindet, stellt es im Gegensatz zu
Outdoor für die meisten Grower kein Problem dar den Raum so zu
tarnen, dass er nicht gleich auf den ersten Blick erkannt wird. Durch
die Nähe zu den Pflanzen sind sie einfach zu kontrollieren und
im Problemfall kann schnell reagiert werden. Eine ungewollte
Bestäubung lässt sich auch am ehesten im Haus verhindern,
schließlich wollen wir später „Sinsemilla“-Gras
(sinsemilla = spanisch „ohne Samen“) ernten.
Weil
eingedrungene Schädlinge keine natürlichen Gegenspieler in
der Anlage haben und sich noch dazu oft in einer optimalen Umwelt
befinden, vermehren sie sich meist schneller als in der freien Natur.
Zur Prävention können Pflanzenbrühen zur Stärkung
der Abwehrkräfte der Pflanzen oder Neem-Öl eingesetzt
werden, dass sie dadurch für Insekten unappetitlich werden. Sind
die erst einmal da, sollte auf milde, biologische
Pflanzenschutzmittel oder Nützlinge zurückgegriffen werden.
Wer ein
Gewächshaus besitzt ist klar im Vorteil, denn es ist die ideale
Kombination aus beiden Anbaumethoden. Licht und Wärme werden von
der Sonne bezogen, wodurch die Stromkosten wegfallen. Die Natur
kümmert sich um das Klima und stellt hilfreiche Nutzinsekten
bereit. Gleichzeitig ist man vor ungünstigen Wettereinflüssen
geschützt. Nur bei extremer Hitze oder Frost muss die Pflanzen
öfters gegossen bzw. das Gewächshaus beheizt werden. An
bewölkten Tagen kannst du auch eine Natrium-Dampf-Lampe
einsetzen.
Tabelle:
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Outdoor
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Indoor
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Vorteile
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Einfacher zu realisieren, da
billiger, und weniger aufwendig.
Bis zur Ernte sehr diskret,
weil nicht direkt in der Wohnung.
Ist ökologisch sinnvoller.
Biologischer Anbau im
eigentlichen Sinne ist wohl nur Outdoor möglich, da der
Gebrauch von Pflanzenleuchtmitteln sicher nicht dem Bio-Gedanken
entspricht.
Keine Größenbeschränkung.
In guten Sommern sind
Spitzenerträge möglich.
Für jeden Schädling
sind natürliche Gegenspieler vorhanden.
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Man hat die totale Kontrolle
über seine Babies, ihre Entwicklung, Vermehrung und
Umweltbedingungen.
Mehrere Ernten im Jahr möglich
(bis zu sechs oder kontinuierliches Ernten).
Pflanzen sind in direkter Nähe.
Wetterunabhängig.
Leichter zu tarnen.
Effektiver, da immer die optimalen Wachstumsbedingungen
hergestellt werden können (= schneller + höhere
Erträge).
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Nachteile
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Abhängig von den Launen
der Natur.
Nur eine Ernte pro Jahr.
Im Herbst hat man viel Gras
rumliegen – kann ungünstig sein.
In Deutschland nur mit einigen
früh blühenden Sorten möglich (siehe hier).
Hohes Risiko entdeckt (Polizei,
Förster, Diebe) zu werden.
Junge Pflanzen werden gerne von
Wild- oder Nagetieren gefressen.
Hohe Gefahr einer ungewollten
Bestäubung.
Von angrenzenden Feldern können Pestizide oder
Insektizide zu den Pflanzen gelangen und sich in ihnen anlagern.
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Man muss die Umweltbedingungen
alle selbst auf ein Optimum regeln.
Höherer Arbeits- und
Kontrollaufwand.
Hohes Risiko entdeckt (Geruch,
Licht, ungebetener Besuch) zu werden
Wenn du entdeckt wirst, kann
dir dein Vermieter fristlos die Wohnung kündigen.
Hohe Wärmeabgabe der Lampe
ist im Sommer nachteilig.
Schädlinge können
sich schnell vermehren, da keine natürlichen Gegenspieler
vorhanden sind.
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