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growing
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Outdoorgrowing leicht gemacht
Letztes Jahr haben wir für euch einen kompletten Outdoor-Grow begleitet und Monat für Monat darüber berichtet. Damit auch all die Späteinsteiger unter euch noch was davon haben; gibt es hier noch mal den kompletten Grow in einem Heft.
Publiziert am: 13.04.04 - Medienformen: Medienform Text


Das Ganze beginnt mit der Sortenwahl:

Ob sich eine Sorte für Outdoor eignet, hängt von den klimatischen Bedingungen ab. Sativa-Sorten zum Beispiel sind eher empfindliche Pflanzen und haben zusätzlich eine lange Blütezeit. In unserer Gegend sind Sativas also nicht optimal geeignet, Indicas dagegen schon. In Holland ist, ähnlich wie in Deutschland, der Sommer relativ kurz und der Herbst schon recht kalt und feucht. Deshalb dominieren hier kurzblühende und schimmelresistente Sorten. Also welche, die mehr Indica-Anteile enthalten (= Mostly Indica) oder auch sehr gut domestizierte (an unser Klima angepasste) Mostly-Sativa Sorten (siehe auch Samenporträts auf Seite 04)


Und wie geht’s weiter? Na ja, tausend Wege führen nach Rom und mindestens genauso viele führen zur Outdoor-Ernte. Aber damit ihr euch ungefähr vorstellen könnt wie ein Outdoor-Grow abläuft, haben wir für euch einen Holländer begleitet, der Cannabis züchtet. In Deutschland ist das nämlich immer noch illegal. Unser Holländer hingegen darf dies ungestraft mit fünf Pflanzen im Garten tun. Ihr werdet Nils im Laufe des Grows noch besser kennen lernen. Doch gerade steht er noch vor einem anderen Problem, er hat die Qual der Wahl:


Entweder er sät direkt in der Pampa aus oder er zieht die Samen auf einer sonnigen Fensterbank zu Sämlingen heran und setzt sie dann als junge, robuste Pflanzen aus. Falls das Licht dort nicht ausreicht, kann er sie mit weiterem Licht von speziellen Neonröhren pushen. Da es schon der 20. Mai ist, sät Nils direkt im Freien auf seinem Balkon aus. Viele Bauern halten sich beim Aussetzen und Aussähen an die Eisheiligen, Nils tut das auch. Gemeint ist die letzte mögliche Kälteperiode mit Nachtfrostgefahr – circa 15 bis 22 Mai.


Er muss mindestens doppelt so viele Samen ansetzen wie er am Ende Pflanzen ernten will. Denn ein paar machen immer schlapp, und grob die Hälfte wird sich beim Einsetzen der Blüte als männlich outen. Seine Samenwahl fällt auf Guerilla’s Gusto von Sensi Seeds. Nachdem sich Nils für diese Samen entschieden hat, kann er mit der Aussaat anfangen. „Nicht so schnell“, meinte damals Nils zu mir. „Wir brauchen noch ein paar Hilfsmittel!“



 
26.05.


Und zwar:

Kleine Plastikbecher oder Töpfe. Sie sollten jedoch ein Mindestvolumen von 0,2 Liter haben. Das bringt den Vorteil nicht so schnell umtopfen zu müssen. Nils erklärt mir, dass dabei Löcher im Boden wichtig sind, damit das Wasser immer abfließen kann.


Oder:

Torftöpfchen: Diese speziellen Gefäße sind aus gepresstem Torfmull, durch den die Wurzeln der Sämlinge wachsen können. Die Torftöpfchen kann man beim Umtopfen einfach mit eingraben, was den Babies den Umpflanzschock erspart. Bevor nun wirklich gesät werden kann, werden die Töpfchen mit Stecklings-Anzuchterde, einer leicht gedüngten Blumenerde, gefüllt. Nils meint noch belehrend zu mir: „Spar niemals beim Kauf der Erde. Ist ja schließlich die Grundbedingung für eine glückliche Pflanze.“


Nun befeuchtet er sie mit lauwarmem Wasser, wobei er darauf achtet keine Staunässe zu erzeugen. „Am Anfang muss ich immer aufpassen die Erde nicht zu nass zu machen!“ ermahnt er sich selbst. Mit dem Finger bohrt er eine circa einen halben Zentimeter tiefe Kuhle. Der Sämling wird dort hineingelegt und mit Erde locker bedeckt. „Die Temperatur des Gefäßes sollte bei durchschnittlich 21 Grad Celsius liegen, ideal um den Nährstoffwechsel in Gang zu bringen. Mindestens zehn und nicht über 30 Grad Celsius sind die Randwerte. Außerdem muss ich dafür sorgen, dass der Topf gut feucht bleibt. Am besten besprühe ich die Erde jeden Tag mit einer Sprühflasche oder decke sie bis zur Keimung locker mit Klarsichtfolie ab“, fügt Nils hinzu.


Einige Grower bevorzugen es den Samen vorkeimen zu lassen, bevor sie ihn in den Topf setzen. Sie legen die Samen zwischen zwei zusammengeklappte Teller mit nasser Watte oder Papiertüchern und lassen sie bei durchschnittlich 21 Grad Celsius vorkeimen. Dadurch bricht der Samen schon nach ein bis zwei Tagen auf und die erste Wurzel drückt sich heraus. Anschließend pflanzen sie ihn in einen Topf. „Das geht etwas schneller und man kann sofort erkennen, welche Samen es bringen und welche nicht. Der Haken an der Sache: Die Pflänzchen bzw. die feinen Wurzeln könnten leicht verunreinigt oder beschädigt werden, und dann sterben die Babies“, meint unser Holländer.


Am besten ist es, wenn die Sämlinge die Tage nach dem Aufkeimen in einem Minigewächshaus auf einer hellen Fensterbank und/oder unter Neonröhren verbringen. Denn dort können sie wohlbehütet erst mal Wurzeln schlagen. „Allerdings muss ich dabei aufpassen, dass sie genug Licht bekommen (18 Stunden/Tag) und die Heizung die Kleinen nicht austrocknet. Die ersten Tage sind eben die Wichtigsten!“, ermahnte sich Nils mit erhobenen Zeigefinger. Die Temperatur liegt dabei meist zwischen 20 und 25 Grad Celsius. Die Luftfeuchtigkeit ist laut Nils für die Pflanzen bei 60 bis 70 Prozent am besten. Ein gesunder Sämling wächst mindestens einen Zentimeter pro Tag, mit etwas Geduld kann man sogar zuschauen.

Man sollte auch unbedingt morgens gießen, damit überschüssiges Wasser Zeit hat zu verdunsten. Leitungswasser lasse ich immer einen Tag stehen, dann verdunstet das Chlor, welches die Klärwerke zum Desinfizieren beigeben.“ Viele Grower – auch unser Nils – geben dem Gießwasser manchmal etwas Bittersalz dazu (20 Gramm auf 10 Liter), das vereinfacht die Feuchtigkeitsaufnahme durch die Wurzeln und liefert dem Boden zusätzlich Magnesium. Bei sehr trockenem Boden geben viele erfahrene Grower ein paar Tropfen Spülmittel ins Wasser, so kann der Boden das Wasser besser aufnehmen. Einmal die Woche besprüht Nils nun die Pflanze mit so viel Wasser, bis es runtertropft. Denn so kann er Staub und Schmutz entfernen, der die Poren verstopfen könnte. „Die Sämlinge brauchen erst nach ein bis zwei Wochen Dünger, denn in der Stecklingserde ist in der ersten Zeit genug Nahrung vorhanden. Wer rechtzeitig mit guter Erde umtopft, erspart sich viel Zusatzdünger!“ merkt Nils an.

 
15.06.


Die Pflanzen müssen sich jetzt an draußen gewöhnen. Wenn Nils die Pflänzchen tagsüber für ein paar Stunden nach draußen setzt, achtet er darauf, dass es auf dem Balkon bzw. im Garten nicht kühler als 10 Grad Celsius und die erste Woche wolkig oder schattig ist, da die Pflanzen noch keine UV-Strahlung gewöhnt sind.


Wenn die Pflanze wächst und gedeiht, müsste bald die 5. Nodie gebildet sein. Nun könnte man, wenn man will, die Pflanze zum ersten Mal beschneiden oder herunterbinden. Eine Nodie ist die Stelle am Stamm/Ast, an der die Blattpaare ansetzen. Dort bilden sich die Seitentriebe der Pflanze. Ein beliebte Verwechslung findet hier bei vielen Anfängern statt, denn diese verwechseln die ersten Keimblätter, die ersten zarten Blättchen der Pflanze mit wirklichen Blattpaaren und binden falsch ab oder beschneiden zu früh. Die obersten Triebspitzen produzieren ein wachstumshemmendes Hormon, welches sich auf die darunter liegenden Seitentriebe auswirkt. Je weiter weg der Trieb von der Spitze ist, desto weniger stark wirkt das Hormon. Wenn die Spitze weg ist, können sich alle Triebe gleichwertig entwickeln, was die Pflanze buschiger und dichter werden lässt. Unbeschnittene Pflanzen bekommen durch das Hormon den typischen christbaumartigen Wuchs.


Insgesamt topft Nils die Pflanzen vor dem Aussetzen ein bis zwei Mal in größere Töpfe um, damit das Wurzelwerk sich frei entfalten kann. Der letzte Topf war mindestens vier bis acht Liter groß und wurde von Nils mit gut vorgedüngter Erde gefüllt. Dabei betont er nochmals, dass jeder, der an der Erde spart, sich im Endeffekt durch schlechtere Qualität und Quantität selbst bescheißt!



Als die Pflanze eine Höhe von circa 30 bis 50 cm erreichte, wurde es für Nils’ Pflanzen Zeit, sie ins Freie zu entlassen. Aber wohin? „Ich muss vorsichtig sein, dass keine Leute an diesen Ort gelangen können. Also achte ich dabei auch darauf, dass ich keine Trampelpfade hinterlasse. Ich achte auch darauf, das der Boden selbst kein Waldboden ist, denn dieser ist oft zu sauer. Gut geeignet sind Bodenflächen, wo viele Brennnesseln oder andere schnell wachsende Grünpflanzen sprießen. Zu viel Sonne ist fast nicht möglich, ich muss bloß den Mehrbedarf der Babies an Wasser bedenken!“ meint Nils zu mir. Nils achtete bei seinen Pflanzen auch darauf, sie kurz vor ihrer Ruhephase hinauszusetzen, das vermindert nämlich den Schock. Er verwendet auch keine Anzuchterde, da Erde mit vielen biologischen Düngerstoffen wie Wurm-, Vogel-, Fledermaus- oder Pinguinkot laut seinen Angaben besser geeignet ist. Hanf ist eine nährstoffhungrige, kalkliebende und tiefgründig wurzelnde Pflanze. Daher achtet unser Holländer darauf, dass der Pflanzboden humusreich, locker und ausreichend feucht ist. Die ideale Erde lässt sich – so sagen zumindest erfahrene Grower – durch Druck formen, zerbröselt aber danach auch wieder leicht.


Der pH-Wert ist entscheidend für den erfolgreichen Anbau von Hanf. Die verschiedenen Nährstoffe werden bei unterschiedlichem pH-Wert unterschiedlich aufgenommen. Forschungen haben ergeben, dass der ideale pH-Wert zwischen 6,5 und 6,8 liegt. Der pH-Wert wird von manchen Growern in der zweiten Hälfte der Blüte auch auf circa 6,2 bis 6,4 gesenkt. Dadurch nimmt die Pflanze Phosphor besser auf, der für die Blütenproduktion gebraucht wird. „Die billigste Methode, um den pH-Wert zu erfahren, sind Tropf-Tester, wie die von General Hydroponics!“, rät Nils „Ist der pH-Wert zu niedrig, kann ich das ausgleichen, indem ich Natrium-Bicarbonat beifüge, das ist in Drogerien oder im Gartenmarkt erhältlich. Kalk oder Holzasche hilft bei zu saurer Erde.“

Jetzt wartet Nils erstmal ab, welches Geschlecht die Pflanzen beim Blühen annehmen. Dazu muss er sie aber ganz genau beobachten und sobald die Geschlechter zu erkennen sind, muss er die Männchen entfernen. Nils erklärt mir dann auch noch eine weit schnellere Methode: „Man schneidet die Pflanze, nachdem sie diesiebte Nodie erreicht hat, kurz nach der vierten Nodie mit einem sauberen und scharfen Messer vorsichtig ab. Die kleinen abgeschnittenen Stecklinge gibt man – mit der gleichen Nummer versehen wie die Mutterpflanze – in einen Topf mit Stecklingserde oder in ein Wasserglas. Sie brauchen täglich zwölf Stunden Dunkelheit, damit sie nach circa sieben bis 14 Tagen die Blütephase erreichen. Der Clou dabei ist: Wenn der Steckling männlich ist, dann ist es seine Mutterpflanze auch. Und die kann man dann getrost in die Tonne schmeißen.“


Doch wie erkennt Nils ein Männchen und ein Weibchen? Die ersten Blüten entstehen auch an den Nodien, im oberen Winkel zwischen Stamm und Blattansatz. Die männlichen Blüten sind kleine, längliche, grüne Kugeln, die an dünnen Stielen hängen. Wie kleine Laternen. Sie platzen nach einigen Tagen auf wie ein Regenschirm und der gelbe Pollen fällt heraus. Die einzelne weibliche Blüte sieht eher aus wie ein grüner Tropfen, kelchförmig mit dickem Bauch im unteren Drittel. Die Blüte verjüngt nach oben hin. An der Spitze kommen ein oder mehrere weiße Härchen heraus, die „Stempel“.


 
26.07.


Doch Nils geliebte Hanfpflänzchen haben gefährliche Fans: Spinnmilben, Blattläuse und andere kleine Tierchen fressen sich gerne daran satt und wollen die Ernte vermiesen. Gesunde Pflanzen haben eine tiefgrüne glänzende Farbe. Zeichen von Krankheit und Befall sind laut Nils folgende: Die Blätter sind ungewöhnlich groß, unförmig, krümmen oder verfärben sich. Erfahrene Grower inspizieren jeden Tag ihre Pflanzen nach Flecken oder Tierchen und vor allem an der Unterseite der Blätter. Abhängig davon, wie die Krankheit sich ausbreitet, isolieren sie die Pflanze oder behandeln alle Pflanzen. In der Regel versuchen es viele zuerst mit einem natürlichen Insektizid. Auch hier weiß Nils schon die einfachste Lösung:

Ein Esslöffel Schmierseife wird mit 100 Milliliter Spiritus in einem Liter Wasser aufgelöst. Dazu gibt er nun ein paar Zigaretten, eine geschnittene Zwiebel, Knoblauchsaft und ein paar Löffel Buttermilch. Nachdem die Mischung geschüttelt ist, wird sie noch kurz aufgekocht und gekühlt auf die Pflanzen verteilt. Es gibt auch biologische Spritz- sowie vorbeugend wirkende Mittel zu kaufen, wie z. B. Neem-Öl, die gegen Schimmel und/oder gefräßige Insekten einsetzbar sind. Nils benutzt das Neem-Öl vorbeugend von Anfang an immer wieder mal: „Aktion ist besser als Reaktion“, ist Nils’ Bauernweisheit des Tages.


Kommen wir aber jetzt zu den fiesen Hanffressern.


Spinnmilbe:

Ist die Pflanze hiermit befallen, erscheinen an der Oberseite des Blattes kleine weiße Flecken. Die Mini-Spinnen selbst sitzen an der Unterseite des Blattes und fressen sich dort kugelrund, indem sie die Blätter Punkt für Punkt aussaugen. Mit dem bloßen Auge sind sie kaum zu erkennen. Die Eier entwickeln sich nach fünf bis zehn Tagen. Deshalb sprüht Nils alle fünf bis zehn Tage einige Male die Öko-Lösung auf die Pflanzen. Ansonsten verwenden auch einige Grower Neem Öl oder ein Mitteln, das Pyrethrum enthält. Rettung durch Verfolgung und Vertilgung bietet die Raubmilbe. Die Raubmilbe ist genauso groß wie die Spinnmilbe, nur meist rot. Wichtig beim Aussetzen von Raubmilben ist die Regulierung des Raumklimas! Raubmilben lieben es kühler, schattig und feucht, also genau das Gegenteil an Bedürfnissen wie die Spinnmilbe. Outdoor heißt das, bei sonnigen Tagen die Babies häufig besprühen, damit es den Raubmilben nicht zu trocken unter den Füßchen wird.


Weiße Fliege:

Wenn sie die Blätter befallen, entstehen weiße Pünktchen, die Photosynthese wird gestört und das Wachstum stagniert. Die Fliegen sind ein bis zwei Millimeter groß und sitzen am liebsten unter dem Blatt. Schüttelt man die Pflanze, fliegen die Fliegen weg. Auch hier muss Nils alle fünf bis zehn Tage die Pflanze mit dem Hausmittel besprühen, damit bekommt er die Weiße Fliege schnell wieder in den Griff. Speziell hier wirkt Neem-Öl Wunder! Als natürlichen Fressfeind nehmen andere Grower auch die Hilfe der Schlupfwespe in Anspruch.


Läuse:

Sie hinterlassen einen klebrigen schimmernden Staub auf den Blättern. Hier heißt es für Nils, erst einmal die Blätter abwischen, damit erwischt er schon den Großteil der Läuse. Zwei bis drei Mal in Abständen von fünf bis zehn Tage spritzt Nils hier wieder dasÖko-Hausmittel. Gallenmücken und Marienkäfer sind die natürlichen Feinde der Läuse.


Trauermücken:

Die fünf Millimeter kleinen schwarzen Fliegen, die ihre Eier in die Blumenerde legen, schaden der Pflanze nicht. Es sind ihre Larven, die im Boden an den Haarwurzeln fressen und der Pflanze so die Nahrungsaufnahme erschweren. Die Mücken sind nicht schwierig zu bekämpfen, jedes Mittel wirkt, Nils muss nur regelmäßig weiter spritzen, bis alle ausgeschlüpften Larven erwischt wurden. Als natürlichen Gegenspieler könnte er auch auch Nematoden (Fadenwürmer) in die Erde aussetzen, das wirkt garantiert.


Schimmel:

Mehltau und der anverwandte Schimmel gedeihen vor allem in feuchter Umgebung ohne Wind. Erfahrene Grower raten hier, die befallenen Teile der Pflanze zu entfernen bzw. wenn die Pflanze wirklich sehr stark befallen ist, sie ganz zu entfernen, da die Gefahr der weiteren Ausbreitung des Schimmels sonst zu hoch ist!

 
14.08.


Nils Hardcore-Outdoor-Test


Und um auch wirklich anfängergerecht zu growen, testete Nils, ob es möglich ist, vernünftige Erträge zu erzielen, wenn er nur die warme, sonnenreiche Zeit im Freien nutzt, also die Samen Mitte Mai direkt draußen in die Erde drückt, und nicht anfänglich noch mit Kunstlicht „indoor“ den Frühling quasi verlängert und den Pflanzen schon den Start im März ermöglicht.


Und es funktionierte tatsächlich, wie ihr an unserer Bilderreihe ja auch erkennen könnt. Nils hatte am 20. Mai gesät und am 17. Oktober geerntet. Seine Kleinen haben in den ersten Wochen einen relativ langen und dünnen Stängel bekommen. Nils zeigte mir beim Umtopfen einen Trick, wie man diese dünnen empfindlichen Pflänzchen in kurze robuste verwandelt. Einfach beim Umtopfen tief in den neuen Topf setzen und bis zu den Keimblättern mit Erde auffüllen. Der dünne Stängel verwandelt sich dann in eine Wurzel und die Pflanze wird stabiler und kürzer!


Am 21. Juni ist jedes Jahr die Sommersonnenwende, schon immer. Sie hat Auswirkungen auf die Reifeschnelligkeit der Pflanze. Hanf durchlebt eine Wachstums-, eine Übergangs- und eine Blühphase. Wenn die Pflanze die Wachstumsphase abgeschlossen hat, kommt sie in die Übergangsphase, wo sie die nötigen Vorbereitungen auf die Blühphase trifft. Dieses Stadium kann sich bis zu 70 Tage hinziehen. Wenn nun während der Sonnenwende der Mond sehr voll ist, kann es zu einer längeren Übergangsphase kommen. Das ist ungünstig, da es dann logischerweise bis zur Blühphase länger dauert. „Dann müsste ich die Pflanze nachts in dieser Zeit abdunkeln bis sie zu Blühen beginnt. Das gleiche gilt, wenn eine Straßenlaterne oder anderes Licht die Pflanze in ihrer Nachtruhe stört. Und das Wichtigste ist: die Pflanze muss wirklich durchgehend mindestens zwölf Stunden abgedunkelt sein! Wenn sie dann erst mal blüht, muss ich das nicht mehr machen“, belehrte mich der Grow-Profi.


Da noch nie ein Grow-Meister oder gleich Gras vom Himmel gefallen ist, müssen wir immer wieder an unseren Fehlern arbeiten, damit es unseren Kleinen immer besser geht. Es kann jede Menge schief gehen. Wir beschreiben euch einige Gefahren und Fallen. Nils hat dafür extra einige der Babies schlecht behandelt, was ihm scheinbar wirklich schwer gefallen ist.


Dass eine Pflanze vertrocknet ist erkennt man, wenn sich Topf und Erde voneinander lösen aber eigentlich sollte es nie so weit kommen, das schadet den Wurzeln ganz schön. Ein weiteres Anzeichen sind vertrocknete Blätter. Bei der Mangelbehebung achten erfahrene Grower darauf, nicht zu viel zu gießen, sonst ertrinken sie. Vor allem wenn sie schon sehr trocken sind, denn dann sind die Wurzeln noch empfindlicher! Trockene Pflanzen werden auch nie direkt gedüngt. Die Erde wird immer zuerst mit Wasser wieder feucht gemacht und dann erst beim zweiten Gießen wieder gedüngt.

Das offensichtlichste Anzeichen für Unterdüngung sind gelbe und braune (Haupt-)Blätter, die am unteren Teil der Pflanze entstehen, da die Pflanze dann – um weiter wachsen zu können – ihre Nährstoffe von unten nach oben verlagert. Auch hier muss Nils aufpassen und den Dünger vorsichtig dosieren, zu viel ist nämlich schlimmer als zu wenig!

Wenn der Pflanze zu wenig Raum zum Wurzeln gelassen wird, kann sich die Pflanze nicht richtig entfalten und wächst nicht in die Breite, sondern nur in die Höhe. Genau das Gleiche passiert auch, wenn die Pflanzen zu dicht nebeneinander stehen. Meist wächst dann auch nur ein Haupttrieb und kaum bzw. gar keine Seitentriebe. Die Größe der Wurzeln und der Platz, der ihnen gegeben wird, sind entscheidend für die oberirdische Entwicklung der Pflanze. Also ist es für Nils sehr wichtig, immer rechtzeitig umzutopfen (dann, wenn die Pflanze den Topf durchwurzelt hat und an den Seiten sowie unten viele Wurzeln erscheinen)!

 
12.10.


Und was machen wir jetzt? Gibt es noch irgendwelche Tricks und Tipps für unsere Pflanzen? „Klar kann man immer mit vielen Mittelchen nachhelfen, aber das ist eigentlich ein anderes Kapitel für sich. An sich heißt es jetzt abwarten und Tee trinken.“, antwortet der Holländer gelassen, „Das Einzige, was ich noch tun kann, ist die Kleinen jeden Tag genau zu untersuchen, damit jetzt nichts mehr schief geht. Ganz wichtig, immer auf die Blattform, -farbe und -struktur achten. Die geben mir schnell Aufschluss über Schädlinge oder Nährstoffprobleme. Ansonsten muss ich Mutter Natur einfach machen lassen!“


Tja, damit hätten wir ja quasi alles erledigt. Oder? Nein, natürlich muss erst noch geerntet werden bevor es ans Genießen geht.


Die wichtigsten Tipps fürs Outdoor Growing


Mindestausstattung:

  • Outdoor-taugliche Samen

  • Plastik- oder Torftöpfchen

  • Gute Anzucht-Erde für den Anfang

  • Gute vorgedüngte Erde für die größer werdenden Pflanzen

  • Ein guter Platz für die Pflanzen im Freien oder auf einem geschützten Balkon


Wasser:

  • Ein ausgeglichener Wasserhaushalt ist elementar: Sowohl zu trocken als auch zu feucht kann sich tödlich auswirken

  • Morgens gießen

  • Gießwasser einen Tag stehen lassen

  • Lieber zu wenig düngen als zu viel


Aussetzen:

  • Frühestens nach den Eisheiligen (15. bis 22. Mai)

  • Vorher hin und wieder nach draußen stellen (Gewöhnung)

  • Gut getarnter Platz, kein Waldboden!

  • Nach Zeigerpflanzen (Brennnesseln . . .) und Sonnenstunden richten




Weiterhin:

  • Beobachte deine Pflanzen wachsam, nur so kannst du Fehler und Schädlinge früh genug erkennen und bekämpfen

  • Männchen schnellstmöglich aussortieren

  • Während der Sommersonnenwende (21. Juni) auf absolute Dunkelheit in der Nacht achten, das verstärkt den Blühimpuls





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