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Urbane Grow-Legenden
Beschneiden verdoppelt den Ertrag!
Publiziert am: 02.12.04 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal 04dez artikel Urbane Grow-Legenden Beschneiden verdoppelt den Ertrag!

Über kein Thema wurde mehr unnötiges geschrieben und nichts hat im Homegrowing für so viele Missverständnisse und Fehlinformationen gesorgt wie das Beschneiden von weiblichen Cannabis-Pflanzen. In alten Büchern und auf einigen Homepages steht leider heute noch geschrieben, dass das Beschneiden von Hanf-Pflanzen deren Ertrag steigert oder gar verdoppelt. Pauschal ist so eine Aussage aber völlig falsch. Setzen wir voraus, dass die weibliche Hanf-Pflanze unter Kunstlicht zur Blüte gebracht werden soll, so ist die Aussage deswegen falsch, weil eine beschnittene, stark verzweigte Pflanze das Kunstlicht meistens schlechter ausnutzt als mehrere, kleinere, unbeschnittene Pflanzen auf der gleichen Fläche. Je besser das Kunstlicht ausgenutzt wird, desto höher ist jedoch der Ertrag.

Ein Grund, warum beschneiden indoor Sinn machen kann, ist die Tatsache, das eine beschnitte Pflanze anstelle einer dicken Primärknospe zwei schwächere Top-Buds ausbildet, die insgesamt leichter und luftiger wachsen als der mächtige Top-Bud einer unbeschnittenen Pflanze. Wenn der Gärtner ahnt, dass er in der Endblüte bei einer Sorte mit mächtigen Tops, unter einer hohen relativen Luftfeuchtigkeit im Anbauraum leiden wird, kann Beschneiden ein sehr effektives vorbeugendes Mittel gegen Blütenschimmel sein. In den luftigeren, kleineren Knospen einer beschnittenen Hanf-Pflanze fängt sich nicht so viel Feuchtigkeit, die über Nacht im Inneren des Buds zu Wasser kondensieren kann, welches dann Schimmel verursacht.

Outdoor macht Beschneiden aus demselben Grund Sinn. Feuchte Nächte und regnerische Tage in Kombination mit kalten Nachttemperaturen sind zumindest wir im Norden gewohnt. Außerdem hat das Beschneiden im Freiland und auf dem Balkon einen nicht zu verachtenden Tarnaspekt. Eine beschnittene Hanf-Pflanze bleibt wesentlich kleiner, buschiger und gedrungener als eine nicht beschnittene, daher wird sie vielleicht nicht so leicht gesehen.

Eine beliebte Frage ist immer wieder, wann beschnitten werden soll. Bei Samenpflanzen sollte Mensch nie schneiden, bevor die Pflanze nicht vier Wochen alt ist und mindestens vier Verzweigungspunkte am Haupttrieb ausgebildet hat. Also niemals unterhalb des dritten Knotenpunktes schneiden! Ansonsten hängt die Frage sehr vom Grund des Beschneidens ab und wird an die Gegebenheiten angepasst. Geschnitten wird immer mit einer sauberen, sehr scharfen Klinge, einige Millimeter oberhalb eines Knotenpunktes.

Wird eine Pflanze beschnitten, die indoor ausgeblüht werden soll, so ist darauf zu achten, die Pflanze nach dem Schnitt mindestens fünf bis acht Tage regenerieren zu lassen, bevor die Blüte eingeleitet wird, da sich die Blüte sonst verzögert und nicht gewohnt explosiv einsetzt. Während der Blüte wird auf keinen Fall mehr in den beiden oberen Pflanzendritteln beschnitten. Die einzige Ausnahme bilden offensichtlich schimmlige Buds. Diese werden immer außerordentlich großzügig herausgeschnitten und entsorgt.

Unter Kunstlicht ist es oft sinnvoll, die untersten beiden Seitentriebpaare einer gut verzweigten Pflanze/Sorte dann abzuschneiden, wenn so gut wie kein Licht mehr in das untere Pflanzendrittel vordringt. Die untersten Triebe bilden nur unterentwickelte Blüten, was darin bedingt ist, dass diese Triebe nur über kleine Blätter verfügen, diese am weitesten von der Lampe entfernt und zudem im Schatten der Blätter aus dem mittlerem Drittel liegen.

Während der Blütephase enthält die Hanf-Pflanze ihre wichtigsten Hormone in den Enden der stark entwickelten Triebe. Wird einer blühenden Hanf-Pflanze das primäre Meristem (der Haupttrieb) entfernt, so wird damit auch die größte Ansammlung an die Blüte beeinflussenden Hormonen aus der Pflanze entfernt. Darin liegt auch der Haken der Mehrfachernte. Ich habe Berauschendes von Mehrfach- und Dauerernte gehört, aber leider nur wenig Berauschendes gesehen, gewogen und geraucht. Wird einer Hanf-Pflanze unter Kunstlicht „hin und wieder mal“ die Spitze eines Triebes entfernt, also jeweils der Teil, welcher am reifsten ist, und wird die Pflanze überlang in der Blüte gehalten, um immer wieder neue Buds zu ernten, so wird die Ertragsmenge geringer sein, als wenn Mensch in der selben Zeit mehrere Durchläufe gemacht hätte. Unter teurem Kunstlicht lohnt sich die Mehrfachernte durch die verlängerte Blütezeit und abnehmendem Ertrag nicht. Im Freiland ist das allerdings manchmal anders. Bevor jemand alles an den Schimmel durch die nasskalten September-/Oktoberwochen verliert, ist eine Teilernte der reifsten Spitzen angebracht. Natürlich ist das eine Bauch-Entscheidung, ob draußen vorzeitig ein Teil der unreifen, aber durchaus schon mehr oder weniger turnenden Blüten abgeerntet werden soll, wo doch die Frage nach dem Wetter offen bleiben muss. Sieht eine Pflanze geschwächt aus, ist die Wetterlage eher feucht und kalt, sind vereinzelte blassgelbe oder bräunliche Blätter in den Blütenspitzen vorhanden und macht die Pflanze allgemein einen „aufgepumpten“ Eindruck, so ist die Schere angesagt. Um nicht alles auf das Wetterlotto zu setzen, lässt Mensch ausreichend starke Seitentriebteile mit möglichst vielen großen Blättern und bereits vorhandenen Blütenansätzen stehen. Erfahrene Freilandgärtner schneiden nie alle stark entwickelten Buds vorzeitig heraus. Sie lassen immer einige dicke Knospen stehen, weil sie wissen, dass sie für die geplante zweite Ernte ausreichend viele Hormone, welche in den dicken, oberen Blütenspitzen stecken, in der Pflanze belassen müssen, damit sich die verbliebenen noch jungen Blüten auch entsprechend schnell entwickeln können!

Ein ganz eigenes Thema ist das Beschneiden von Mutterpflanzen zur Stecklingsgewinnung. Als Mutterpflanze eignet sich jede Pflanze, deren Geschlecht einwandfrei als weiblich bestimmt wurde, die Pflanze selbst jedoch keinerlei Anzeichen von Blüten-/Geschlechtsmerkmalen zeigt. Dieser Umstand ist bei Stecklingen/Klonen in der Regel gegeben. Darum ist es recht einfach, aus einem einzigen Klon mehrere Generationen genetischer Ebenbilder heranzuziehen um diese auszublühen.

Die Pflanze, welche zur Mutterpflanze gemacht werden soll, ist idealerweise gut bewurzelt und auf Erde in einem möglichst großen, runden Pflanzbehälter getopft. Eine Mutterpflanze soll möglichst verzweigt wachsen, damit sie möglichst viele Klone abwirft. Also wird die Mutter, nachdem sie eine Größe von ca. 20/25 Zentimeter erreicht und den fünften Knotenpunkt am Haupttrieb entwickelt hat, oberhalb des dritten Knotenpunktes beschnitten. Es werden rasch zwei starke Triebe das entfernte Triebende ersetzen. Sobald die beiden neuen Triebe wiederum fünf Blattknoten entwickelt haben, werden auch diese bis oberhalb des dritten Knotens beschnitten.

Dies führt dazu, dass die Mutterpflanze nun über vier Primärtriebe verfügt, welche die Basis für eine dauerhaft hohe Klonausbeute bedeuten. Die Enden der vier Haupttriebe werden erst dann beschnitten, wenn diese zu lang werden, also die Länge überschreiten, die der Gärtner maximal zulässt. Die vier Haupttriebe werden niemals zu radikal beschnitten! Jeder der Triebe muss nach dem Schnitt noch über ausreichend Blattpaare und Triebansätze verfügen, um rasch wieder nachwachsen und die Grundform der Mutterpflanze erhalten zu können.

Ein weiteres, mit sehr viel Mythen und Erzählungen belastetes Thema ist das Entfernen/Abschneiden von Blättern. Zur Klärung der Frage, ob es nun sinnvoll ist oder nicht, Blätter abzuschneiden, damit die darunter liegenden Blüten mehr Licht bekommen, bleibt zu klären, warum die Pflanzen denn überhaupt Blätter ausbilden?

Pflanzenfreunde wissen, dass ihre Zöglinge all ihre Energie über das Licht beziehen. Blattpflanzen verwenden die Energie des Lichtes, um mit Wasser, Nährstoffen und Kohlendioxid, Kohlenhydrate und das lebensnotwendige Chlorophyll zu produzieren. Chlorophyll ist der grüne Farbstoff der Blätter, auch Blattgrün genannt. Blätter sehen für uns deshalb grün aus, weil Blattpflanzen den grünen Anteil des sichtbaren Lichtes reflektieren. Das Licht im vorwiegend bläulichen (um 450 nm) Spektralbereich verwenden die Pflanzen, um Chlorophyll zu produzieren > Chlorophyllsynthese, wohingegen sie überwiegend den rötlichen Anteil des sichtbaren Lichtes (um 650 nm) verwenden, um Photosynthese zu betreiben. Jedoch benötigen Pflanzen für beide Prozesse auch jeweils Anteile beider vorwiegend wichtigen Spektralbereiche.

Blattpflanzen gebrauchen ihre Blätter also, um Photo- und Chlorophyllsynthese zu betreiben. Hierdurch produziert die Pflanze, vereinfacht ausgedrückt, Kohlenhydrate, welche sie in Biomasse (Pflanzenteile) umwandelt. Das heißt, die Pflanze benötigt die Photosynthesefläche der Blätter, um möglichst viel Photosyntheseleistung zu bringen. Je größer die belichtete Blattfläche, desto größer auch die Photosyntheseleistung, desto mehr Biomasse (auch in Form von Blüten) kann die Pflanze bilden. Von daher ist das Entfernen gesunder Blätter keine besonders gute Idee. Aber es gibt auf den Anbau von Rauch-Hanf bezogen einen weiteren Grund, warum das Entfernen von Blättern, welche die Blütenstände bedecken, keinen Sinn ergibt. Chlorophyll hat beim Rauchen einen schlechten, sehr markanten Geschmack. Grower trocknen ihre Blütenspitzen unter völliger Dunkelheit, um das noch in den winzigen den Calyx (Blütenkelch) bildenden Blütenblättern enthaltene Chlorophyll abzubauen, um so den Geschmack zu verbessern. Buds, welche verdeckt unter einem großen Blatt (Sonnensegel) herangereift sind, haben eine deutlich blassere, nur schwach grüne Farbe, weil sich durch das wenige Licht nicht so viel Chlorophyll in den winzigen Blättchen der Blüte befindet. Es sprechen also zwei Gründe gegen das Entfernen gesunder Blätter. Erstens bildet die Pflanze keine Photosynthese-Fläche, die sie nicht braucht, und andersrum steigert jedes Blatt die Photosynthese-Rate, und zweitens will der erfahrene Grower möglichst wenig Chlorophyll in seinen Blütenspitzen haben und lässt die großen Blätter schon deswegen dran.

Kein kommerzieller Grower kann so auf die qualitätsbestimmenden Faktoren eingehen wie ein gut informierter Eigenbedarfsgärtner in einem Land, in dem der Heimanbau von Hanf legal ist.

Willst du dicke Knospen, dann lass die Schere rosten!
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