Malariaepidemie in China, Erdrutsche in Zentralasien,
Meeresspiegel-Anstieg weltweit, Lawinenkatastrophe in den Alpen,
Korallensterben im Pazifik. Meldungen, die fast schon alltäglich sind. Im Spiel
„Keep Cool“ aus dem Hause Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) sind
es solche Ereignisse (Treibhauskarten), die den drei bis sechs Mitspielern das
Leben schwer machen. Als Vertreter der USA, OPEC, ehemaligen Sowjetunion sowie
der Schwellen- und Entwicklungsländer haben sie nur ein Ziel: Das Klima aufs
Spiel setzen und dabei noch zu gewinnen. Wie? Indem sie ihr wirtschaftliches
Ziel (eine bestimmte Anzahl von Fabriken auf dem Spielplan) und ihr geheimes
politisches Ziel (z. B. Ölindustrie aufbauen, Entwicklungshilfe aufzubauen oder
neue Technologien zu entwickeln) erreichen. Das funktioniert allerdings nur in
Zusammenarbeit mit den anderen, wobei man sein eigenes Ziel nie aus den Augen
verlieren darf. Soweit so gut. Wären da nicht die Treibhauskarten und vor allem
das Karbometer mit den Kohlechips, die den Stand der Welttemperatur anzeigen.
Und die steigt, vor allem weil die Kohlechips auch als Einkommen für alle
schwarzen Fabriken dienen. Je mehr schwarze Fabriken also in Betrieb sind, umso
schneller steigt die Temperatur. Sobald sie im „roten Bereich” ist, kommt die
Klimakollaps-Karte ins Spiel. Gelingt es den Mitspielern dann nicht mehr, die
Temperatur wieder zu senken, indem sie zum Beispiel schwarze Fabriken abreißen
und dafür grüne bauen, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis es zum Kollaps
kommt. Noch schneller siegt die Klimakatastrophe, wenn der letzte Kohlechip vom
Karbometer entfernt wird.
Ein gutes Spiel, bei dem man im Begleitheft auch etwas über
den wissenschaftlichen Hintergrund erfährt, arbeiten die Autoren doch im PIK.
Man kann es aber auch bleiben lassen und auf kommunikative und spannende Weise
einfach cool bleiben.
Note: 2