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Breitspiele im Oktober

Muah, schon wieder ein Spielerjahr vorbei und ich habe es nicht geschafft, versprochene Spiele zu beschreiben, dafür sind weitere noch nicht gespielte dazugekommen. Diese - „God‘s Playground“, das Cthulhu- Rollenspielbuch „New York“ und „Lluna Lena“ - stelle ich euch kurz genauer vor.

Publiziert am: 04.10.10 - Medienformen: Medienform Text

Autor: Kerstin Koch
God‘s Playground …

… entführt genau drei Spieler als Repräsentanten polnischer Adelsfamilien nach Polen und ihr Ziel ist es, gemeinsam polnisches Gebiet gegen die Feinde rundherum zu verteidigen und gleichzeitig die meisten Siegpunkte zu erringen. Welche Feinde gestärkt in den Angriff gehen können, wird zweimal pro Runde ausgewürfelt.
Da es nur einen Sieger geben kann, müssen sich die Spieler in den Regionen ausbreiten, indem sie Ländereien besetzen, diese mit Armeen schützen und in Feindesland vordringen, so dass keine Invasion droht. Dafür benötigen sie Adelige. Da es von diesen nicht allzu viele gibt, heißt es genau abwägen, wo und wie viele sie platzieren, welche sie für den Kauf von Ländereien benutzen und welche sie gegen die Feinde schicken. Kommt es zur Invasion, können die Armeen versuchen, die Eindringlinge zu dezimieren. Für jede Armee darf einmal gewürfelt werden. Bleiben nach allen Verteidigungswürfen mehr Feinde in polnischen Regionen als eigene Adelige übrig, breiten sich die Eindringlinge auch in andere Regionen aus, Ländereien gehen verloren und ihre Werte sinken. Die Folge sind geringere Einnahmen und damit weniger Armeen und schon sind die Invasoren langfristig im Vorteil.
Doch wenn die drei Spieler darauf achten, vor allem in der ersten Runde die Regionen unter sich aufzuteilen und gemeinsam die Grenzen zu verteidigen, ist der Einstieg ins Spiel geschafft. Sollte es mal nicht so klappen, dann wissen die Spieler zumindest, wie es den Polen die 400 Jahre ging, die in vier Runden je 16 Phasen abgearbeitet werden.
Mir gefällt das Spiel, aber wie immer bei den Warfrog Spielen gilt: Nichts für Gelegenheitsspieler, denn 1. dauert es mindestens drei Stunden und 2. die Regel ist lang und nicht besonders gut, 3. der Glücksfaktor ist relativ hoch, was wohl auch den einen oder anderen reinen Strategiespieler etwas abschrecken könnte. Der größte Pluspunkt ist, dass es ein Spiel für drei ist, denn davon gibt es immer noch zu wenig.


New York

























New York-Im Schatten der Wolkenkratzer


Das Quellenbuch für weitere 1920ger Cthulhu-Tischrollenspiele entführt die Spieler nach New York. Die einführende Chronologie der Stadt beginnt im Jahr 3000 v. Chr. mit der Besiedelung durch die Indianer und endet im Jahr 1930. Den Schwerpunkt des Bandes bilden Prohibition und organisiertes Verbrechen, was auch die Grundlage für die Abenteuer ist. Es werden die verschiedenen Schichten vorgestellt, wo diese ihre Zeit verbringen und in welchen Stadtteilen sie sich am liebsten aufhalten. Die Schönen und Reichen trifft man eher in den Nachtclubs oder Theatern der Stadt und ins Viertel Central Park West kommen nur hochangesehene Leute. Den Stadtvierteln wie Downtown Manhattan oder Bronx sind ganze Kapitel gewidmet, so bekommt der Spielleiter einen guten Einblick in die verschiedenen Milieus und den dazugehörigen Szenarien und kann auch bei den Spielern die entsprechende Atmosphäre erzeugen. Eine Karte ergänzt das Material. Das Buch gibt ausführliche Anknüpfungspunkte für Abenteuer, wie den Fall von Josefina Terranova, die auch einen ausführlichen Ablauf eines Gerichtsprozesses aufzeigt. Zahlreiche typische New Yorker Charaktere werden beschrieben und auch cthuluide Wesen, die in den Abenteuern auftauchen können, werden mit ihren Werten vorgestellt. Zwei Abenteuer runden „Im Schatten der Wolkenkratzer“ ab. Der Inhalt des Buches macht Lust auf cthuluide Abenteuer im Mafiamilieu der 1920er Jahre in den Bars und auf den Straßen von New York. Viel Spaß.


Luna Llena


























Luna LLena



Wie alles begann: Nach der ersten Nacht im Wald finden die Camper ein zerstörtes Zelt, die beiden Bewohner sind verschwunden. Eine Blutspur verheißt nichts Gutes. Doch es kommt noch schlimmer, denn die Zwei hatten die Karte des Gebietes. Also müssen sie den Spuren folgen, um an die Karte zu kommen und den Wald möglichst vor Einbruch der Dunkelheit wieder zu verlassen. Das Spiel beginnt …
Luna Llena entführt zwei bis sieben Spieler in ein schön umgesetztes Werwolf-Szenario. Ein Spieler übernimmt die Rolle des Werwolfs und zeichnet auf einer Karte geheim seinen Weg zum Lager, sozusagen die Blutspur. Die anderen Spieler sind harmlose Menschen, die mit ihren Aktionskarten die Route finden müssen, um eventuell ihre Mitcamper zu befreien, aber zumindest die Karte wiederfinden sollten, um dem Wald zu entfliehen. Natürlich lauern auch die Wölfe tagsüber im Wald, sind aber schwächer als in der Nacht. Ihr Ziel ist es, die Menschen zu infizieren und deren Flucht zu vereiteln. Von den Menschen muss es mindestens einem gelingen, den Wald an der richtigen Stelle zu verlassen. Atmosphärisch gut umgesetztes Spiel, das Finden der Wege, das Suchen nach Gegenständen, die Kämpfe mit den Werwölfen, eines der innovativsten Spiele, die ich im vergangenen Jahr gespielt habe. Ich freue mich schon auf die nächste Partie Luna Llena.

Kurzvorstellungen

Tja und diese Spiele sind leider liegen geblieben und das nicht, weil sie nicht so toll sind, sondern schlichtweg weil ich nicht dazu gekommen bin, sie auszuprobieren. Alle Spiele dauern mindestens 90 Minuten und thematisch sollte für jeden etwas dabei sein.

Spartacus von John B. Firer ist ein Spiel für Zwei. Der Karton enthält 400 Spielsteine, einen großen Spielplan und zahlreiche Karten, die den Spielablauf steuern. Angesiedelt ist Spartacus 80 v. Chr., dem römischen Reich steht ein Aufstand bevor. Ein Spieler übernimmt die Rolle Sertorius, der die Stämme Lusitaniens gegen Rom führt, um den Zusammenbruch des römischen Reiches herbeizuführen. Der römische Spieler muss dies verhindern und seinerseits versuchen die Verräter vom Angesicht der Erde fegen. Möge ihm der Kriegsgott Mars wohlgesonnen sein. (Phalanx Games).

Machtspiele: - „Unsere Firma läuft wie geschmiert“ von Bauldric & Friends....


.... ist ein Wirtschafts-Aufbau-Spiel von eggertspiele, in dem es – wie der Untertitel vermuten lässt – vor allem ums Schmieren der Mitspieler. Drei bis fünf Führungskräfte stellen Mitarbeiter ein, bilden neue Abteilungen, gründen Hauptabteilungen, um die Positionen der Bereichsleiter einzunehmen. So gelangen sie an Privilegien und Einfluss, um in den Vorstand zu wechseln. Wer genug Geld hat, kann Aktienpakete kaufen oder seine Mitspieler bestechen. Je geschickter die Spieler dabei vorgehen, umso schneller erreichen sie vier von sechs möglichen Siegpunkten., die sie in folgenden Bereichen erringen können: Einfluss, Aktien, Hauptabteilungen, Korruption, Berater, Erzfeind besiegen. (ab 12).


Nachdem ich euch schon im vergangenen Jahr einen ausführlichen Bericht zu Steel Driver versprochen habe, gesellen sich stattdessen zwei weitere Spiele ( Warfrog / Treefrog Line, ab 13) von Martin Wallace dazu und ich muss euch weiter vertrösten. Schande über mein Haupt.

Last Train to Wendsleydale...

.... schickt drei bis vier Spieler in unwegsames Gelände. Dort sollen sie Eisenbahnlinien bauen, um Steine, Passagiere und vor allem Käse zu transportieren. Aber vor allem die Farmer sind von Eisenbahnschienen auf ihrem Land nicht begeistert. Früher oder später müssen unprofitable Strecken an größere Gesellschaften abgegeben werden. Dieses Eisenbahnspiel gewinnt, wer am Ende viel von allem transportiert und dabei wenig Minuspunkte eingefahren hat.
Tinner‘s Trail entführt drei bis vier Spieler in die Kupfer- und Zinnminen des 19. Jahrhunderts in Cornwall. Spielziel ist, die Minen in möglichst lukrative Ecken zu bauen, um hohe Gewinne zu erzielen. Wenn da nur nicht das Problem mit dem Wasser wäre, das aus den Minen gepumpt werden muss, wofür verschiedene Techniken genutzt werden können. Die geschürften Metalle müssen zur richtigen Zeit verkauft, die Gewinne in neue Industrien investiert werden. Doch dabei nie vergessen, Rücklagen zu schaffen, um neue Minen zu bauen. Glaubt man dem Text auf dem Spielkarton, soll es einfacher sein als andere Warfrog Spiele, doch so komplex, dass es auch die routinierten Wallace-Spiele-Spieler noch herausfordert.

Na, dann.

God‘s Playground
Autor: Martin Wallace
Verlag: Warfrog Games
Spieler: 3
Alter: ab 13
Dauer: ca. 3 Stunden
Preis: ca. 40 Euro

New York –
im Schatten der Wolkenkratzer
Quellen- und Abenteuerband von Pegasus Press
Hardcover, 224 Seiten
ISBN: 978-3-941976-05-4, 29.95 Euro

Luna Llena
Autor: Servando Carballar
Verlag: Gen X Games
Spieler: 2-7
Alter: ab 14
Dauer: ca. 3 Stunden
Preis: ca. 30 Euro














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